Wettbewerb

Der Verlag Merseburger schrieb zum Lutherjahr 2017 einen internationalen Kompositionswettbewerb für Orgel solo aus. Mit einem musikalischen und theologischen Dialog wollte der Wettbewerb auf 500 Jahre Reformation Bezug nehmen und die Auseinandersetzung mit der Reformation in unserer Zeit befruchten.

Martin Luther (Lucas Cranach 1529)

Im Ausschreibungstext hieß es:

Wie klingt Reformation heute? Die Reformation ist ja keine abge- schlossene historische Epoche, sie ist eine bleibende Herausforde- rung. Das liegt daran, dass ihr Leitwort „Freiheit“ lautet. Also kön- nen wir auch fragen: Wie klingt Freiheit? Der evangelische Choral schlechthin scheint darauf keine Antwort zu geben – oder doch eine sehr schwierige: „Lass fahren dahin“? Freiheit als Bereitschaft, alle Bindungen aufzugeben um des Wortes Gottes Willen? Da können wir heute nicht mehr mit! Auch der martialische Ton erschließt sich uns nicht gleich.

Es ist also eine große Herausforderung, eine Musik zu schreiben, die nicht das Vergangene beschwört, die nicht einfach Bach, Reger und Mendelssohn variiert, figuriert, zitiert oder dekonstruiert, sondern die nach Freiheit klingt, nach Vertrauen, nach neuen Horizonten: Und was ich besonders spannend finde: „Das Wort sie sollen lassen stahn“, heißt es bei Luther: Wir brauchen also eine Musik, die als Musik verkündigt. Das war schon immer die Herausforderung evangelischer Kirchenmusik.