„Confessio“ von Michael Töpel

Michael Töpel: „Confessio für Orgel: Ein feste Burg“ Merseburger Verlag. Die Jury lobt insbesondere die Komplexität, Originalität, Ausdruckskraft und Detailarbeit stellte die Jury besonders hervor. Die Musik wirke durch ihre Eigenständigkeit fernab jeder Stilkopie.

„Einschwingung“, „Melodie“, Quaestio“ und „Cantus firmus“ sind die Abschnitte der Komposition. Die „Einschwingung“, „quasi improvvisando“, bildet das musikalische Material. Langsam öffnet sich der Klangraum. Das Pedal bewegt sich diatonisch nach unten. Neben Liegetönen tauchen glockenähnliche Akkordwechsel auf. Der zweite Abschnitt ist mit „Melodie“ überschrieben. Im Pedal ertönt eine weiche Kantilene. Der Abschnitt mündet in die aus dem Choral entnommene, spannungsvolle Frage: „Fragst du, wer der ist?“

Diese aktuelle Frage nach Gott bildet die Grundlage für den dritten Teil „Quaestio“. Eine allmähliche Aufwärtsbewegung wird langsam gesteigert. Erst im letzten Teil bricht der Choral im Fortissimo hervor. Die Melodie im Pedal wird durch reichhaltiges Laufwerk verziert. Sie mündet in ein triumphale Coda. Der Schluss der zweiten Strophe lautet: „Das Feld muss er behalten.“ Die Notenausgabe des Merseburger Verlages ist vorbildlich. Neben einer detaillierten Einführung findet sich auch ein Notenbeispiel des Autographs.

Dominik Susteck